Amerikanische Saison startet mit den US Open

Mit den US Open Championships startete vergangene Woche die Clubsaison in den USA. In Raleigh (North Carolina) traten Top-Teams aus fünf Nationen in drei Divisionen (Open, Women und Mixed) an, um den ersten Titel der „Triple Crown Tour“ auszuspielen. Der dänische Open-Champion „Ragnarok“ hatte als einziges europäisches Team die lange Reise in die Staaten angetreten, um sich vier Tage lang mit den Besten der Welt zu messen. Für viele US-Teams waren die US Open das erste große Turnier der Saison.

In der in dieser Saison neu eingeführten Triple Crown Tour können amerikanische Teams drei Titel ergattern. Die einzelnen „Kronen“ sind erstens der Gewinn der erwähnten US Open, zweitens der Gewinn der regulären Saison (indem man zum Ende der Saison das Ranking des USA Ultimate Algorithmus anführt, in welchen gerankte Spiele von diversen Turnieren einfließen) und drittens der Gewinn US Meisterschaften, den USA Ultimate Club Championships. Alle drei Wettbewerbe werden von ESPN gecovert und darüberhinaus gibt es Preisgelder für die Teams zu gewinnen (z.B. 2000$ pro Team für den US Open-Sieg).

Open: Revolver mit neuen Gesichtern und alter Stärke zum Titel

San Franciscos „Revolver“ konnte sich nach vier Spieltagen in Raleigh den ersten Titel der Triple Crown Tour sichern. Umso erstaunlicher ist dies, da Revolver, einer der erfolgreichsten Clubs der vergangenen Jahre (Weltmeister 2012, US Vizemeister 2012, US Meister 2010 & 2011) in dieser Saison Abgänge einiger Stützpfeiler des Teams erlitt. Doch offenbar verfügt die Bay Area über genügend Talent um Abgänge von Spielern wie Bart Watson, Robbie Cahill, Martin Cochran und Mark Sherwood kompensieren zu können (Mehr: Revolver 2013 Team Preview).

Zunächst musste sich Revolver in einen Achterpool beweisen, aus dem die Top 4 in die Playoffs einzogen. In dieser Gruppenphase musste sich jedoch Revolver aufgrund einer Universe Point-Niederlage gegen Bostons „Ironside“ noch mit dem zweiten Platz begnügen. Hinter Ironside und Revolver zogen der amtierende US-Meister „Doublewide“ und Heimmannschaft „Ring of Fire“ in die K.O.-Spiele ein.

Im ersten Halbfinale traf Ironside, bestes Team der regulären US-Saison 2012, auf Ring of Fire. Ironside bestreitet die 2013er Saison mit nahezu dem selben Kader wie 2012. Von 23 Vorjahres-Spielern stehen auch in diesem Jahr 22 im Aufgebot (Mehr: Ironside 2013 Team Preview). Auch Underdog Ring of Fire konnte den Großteil seiner Spieler halten (Mehr: Ring of Fire 2013 Team Preview).

Mit Heimvorteil konnte Außenseiter Ring of Fire lange mit Boston mithalten und zeigte eindrucksvoll, warum man 2012 bis ins Halbfinale der US Nationals hatte vorstoßen können. Ironside brachte das Spiel schließlich mit einem denkbar knappen 14:13-Sieg ins Ziel.

UltiPhotos: Saturday Semifinal Highlights - 2013 USAU US Open &emdash; US Open 2013 -- Saturday Ironside vs. Ring of Fire Men's Semi

Die Spieler von Ring of Fire bedanken sich für die Unterstützung des Publikums. – Bild: Ultiphotos

Das Zweite Halbfinale war eine Neuauflage des US-Finals vom Vorjahr: Meister Doublewide traf auf Revolver. Wie eingangs erwähnt beherbergt Revolver 2013 viele neue Gesichter. Nicht viel anders sieht es bei Doublewide aus. Mit Brodie Smith, Tim Gehret, Cole Sullivan und Chris Gibson verließen viele Stammkräfte den US Meister (Mehr: Doublewide 2013 Team Preview). Die Abgänge sollen durch die College-Stars Tyler Degirolamo und Alex Thorne ausgeglichen werden, welche 2013 für die Texaner spielen werden. Degirolamo und Thorne führten Pittsburgh in den vergangenen Jahren zu zwei US-College Titeln (2012 & 2011).

UltiPhotos: Saturday Semifinal Highlights - 2013 USAU US Open &emdash; US Open 2013 -- Saturday Revolver v. Doublewide Men's Semi

Einer von Doublewides Neuzugängen: Alex Thorne in der Horizontale. – Bild: Ultiphotos

Im Gegensatz zu Revolver konnte man bei Doublewide, welches nicht mit seinem vollständigen Kader angereist war, eindeutig merken, dass das Team noch nicht eingespielt war. San Francisco nutzte einfache Fehler von Doublewide gnadenlos aus, eröffnete das Spiel mit drei Punkten in Folge und führte folglich schon zur Halbzeit deutlich mit 8:4. Die Texaner sollten die Niederlage nicht mehr verhindern können und unterlagen Revolver schließlich mit 14:7.

UltiPhotos: Saturday Semifinal Highlights - 2013 USAU US Open &emdash; US Open 2013 - Saturday

Revolver im Huddle während des Halbfinals. – Bild: Ultiphotos

So kam es im Endspiel zum US-Klassiker zwischen Ironside und Revolver. Wie schon im Poolspiel sollte auch diese Begnung erst im Universe Point zur Entscheidung kommen, dieses Mal jedoch zu Gunsten Revolvers.

In einer engen ersten Halbzeit hatte Revolver das Momentum auf seiner Seite und holte sich dank zweier Breakes die Halbzeit (8:6). Boston drehte in der zweiten Hälfte auf und sowohl Offense als auch Defense legten noch eine Schippe drauf.

UltiPhotos: Sunday Highlights - 2013 USAU US Open &emdash; US Open 2013 - Sunday Men's Finals

Ironsides Defense konnte nie wirklich Druck auf Revolvers Offense aufbauen. – Bild: Ultiphotos

So konnte Ironside dank einer Layout-Defense von Rusty Ingold-Smith erstmals wieder ausgleichen (13:13). Doch Revolver ließ sich von der Bostoner Defense nicht aus der Ruhe bringen und brachte das Spiel beim Stand von 15:15 in den entscheidenden Double Game Point. Und auch diesen entschied Revolver für sich: Star-Receiver Beau Kittredge griff sich einen langen Pass zwischen zwei Ironside-Verteigern zum Turniersieg aus der Luft.

UltiPhotos: Sunday Highlights - 2013 USAU US Open &emdash; Revolver vs. Ironside -- Mens Final -- US Open 2013

San Francisco feiert den US Open-Titel und den Spiritpreis. – Bild: Ultiphotos

Damit kann sich Revolver über 2000$-Siegprämie und zusätzlich noch den Spiritpreis freuen. Mit Revolver wird also auch 2013 wieder auf allen Ebenen zu rechnen sein.

UltiPhotos: Friday Highlights - 2013 USAU US Open &emdash; US Open 2013 - Friday

Ragnaroks Joergen Alsted scored für die Dänen. – Bild: Ultiphotos

Europas einziger Vertreter bei dem Turnier war wie erwähnt Ragnarok. Der dänische Meister holte letztes Jahr bei der EUCF in Frankfurt die Bronzemedallie. Dieses Jahr bereiteten sich die Dänen mit dem Wonderful Copenhagen Ultimate (1. Platz), dem Tom’s Tourney (2. Platz) und dem Windmill Windup (4. Platz) auf die US Open vor. Dort mussten die Kopenhagener allerdings Lehrgeld zahlen.

UltiPhotos: Team Photos - 2013 USAU US Open &emdash; US Open 2013 - Friday

Ragnarok nahm die weite Reise in die USA auf sich. – Bild: Ultiphotos

Mit Niederlagen gegen Euforia (12:15), Revolver (5:15), Ironside (9:15), Ring of Fire (12:15), Mephisto (13:15) und Doublewide (11:15) sowie nur einem Sieg gegen Chicago Club (15:11) verpasste Ragnarok die Playoffs deutlich und belegte den achten und letzten Platz.

Endplatzierungen US Open 2013 - Open-Division:
1. Revolver (San Francisco, USA)
2. Ironside (Boston, USA)
3. Doublewide (Texas, USA)
4. Ring of Fire (Raleigh, USA)
5. Chicago Club (Chicago, USA)
6. Euforia (Bogota, COL)
7. Mephisto (Montreal, CAN)
8. Ragnarok (Kopenhagen, DK)

Alle Ergebnisse und Scores

Topscorer US Open 2013 - Open-Division:
G: Camilo Bravo, Euforia (19)
A: Mauricio Martinez, Euforia (22)
D: Andrew Hagen, Revolver (9)

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Women: Fury weiter Spitze

Der amtierende US-Meister „Fury“ kann in seinem gut gefüllten Trophäen-Schrank (u.A. sieben US-Meistertitel in Folge seit 2006) Platz für einen weiteren Pokal machen, nämlich den der US Open Champioships 2013. Keines der sieben weiteren Teams konnte Fury an den vier Spieltagen eine Niederlage beibringen und so beendeten die Damen von der Westküste das Turnier mit neun Siegen und ohne Niederlage.

Erwartungsgemäß waren alle topgesetzten US-Teams nach der Gruppenphase in die Playoffs eingezogen. Im ersten Halbfinale hielt Fury Showdown mit 15:8 auf Distanz und zog ins Finale ein. Halbfinale Nummer 2 hielt eine Überraschung bereit: Scandal warf US-Vizemeister Riot mit 13:7 aus dem Wettbewerb.

UltiPhotos: Sunday Highlights - 2013 USAU US Open &emdash; Fury vs. Scandal -- Women's Final -- US Open 2013

Julia Sherwood (Fury) fängt die Scheibe im Finale vor ihrer Gegenspielerinen Octavia Payne (Scandal). – Bild: Ultiphotos

Die erste Halbzeit des Damen-Finals hielt gleich mehrere Breakes für sowohl Fury als auch Scandal bereit. Damit verbunden wechselte mehrere Male die Führung, sodass sich schließlich Außenseiter Scandal dank eines Layout-Catches von Alika Johnston die 8:7-Halbzeit holen konnte. Bei leichtem Wind arbeiteten beide Teams mit Zonen-Verteidigungen, doch erst beim Stand von 11:11 konnte Fury Kapital aus einem Turn schlagen und das Spiel mit 12:11 wieder zu seinen Gunsten drehen. Beflügelt von der Führung ließ San Francisco Scandal nicht nocheinmal zurückkommen, baute stattdessen die eigene Führung aus und gewann das Endspiel am Ende mit 15:12.

UltiPhotos: Sunday Highlights - 2013 USAU US Open &emdash; US Open 2013 -- Women's Awards

Markenzeichen ist die Faus: San Franciscos Fury. – Bild: Ultiphotos

Enplatzierungen US Open 2013 - Women-Division:
1. Fury (San Francisco, USA)
2. Scandal (Washington DC, USA)
3. Riot (Seattle, USA)
3. Showdown (Austin, USA)
5. MUD (Tokio, JPA)
6. Revolution (Kolumbien)
7. Phoenix (Raleigh, USA)
8. Nova (Kanada)

Alle Scores und Ergebnisse

Topscorer US Open 2013 - Women-Division:
G: Laura Ospina, Revolution (19)
A: Fuyuko Tazawa, MUD (25)
D: Elizabeth Mosquera, Revolution (10)

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Mixed: Odyssee entführt den Titel nach Kanada

Der kanadische Mixed-Meister „Odyssee“ hat für die größte Überraschung bei den US Open gesorgt. Die Kanadier schlugen den topgesetzten US-Teams ein Schnippchen und holten sich den US Open-Titel 2013.

Im Finale traf Odyssee auf „Mischief“. Beide Teams zeigten das sie Turniermannschaften sind. Obwohl man in der Gruppenphase noch zwei (Mischief) bzw. sogar drei Niederlagen (Odyssee) hatte hinnehmen müssen, spielten beide Teams in den Playoffs groß auf. Für diese hatte sich US-Meister „Blackbird“ garnicht erst qualifizieren können.

Odyssee schlatete im Halbfinale Favorit „Polar Bears“ in einem engen Spiel mit 15:13 aus. Mischief spielte sich seinerseits über „Drag’n Thrust“ ins Endspiel (15:9).

UltiPhotos: Sunday Highlights - 2013 USAU US Open &emdash; Mischief v. Odyssée -- Mixed Final -- US Open 2013

Véronique Ellyson mit einem Catch für Odyssee. – Bild: Ultiphotos

Das Finale eröffnete Mischief mit einer harten Defense, die Odyssees Händelern einige Probleme bescherte. Als sich die Kanadier auf die Defense des Teams aus San Francisco eingestellt hatten, konnten sie sich erstmals mit 4:2 absetzen. Nach einem Footblock holte sich Odyssee mit einem Break die Halbzeit. Doch Mischief steckte nicht auf und konnte angeführt von Tyler Grant zum 9:9 ausgleichen. Die Kanadier zeigten sich in Folge ebenfalls wenig beeindruckt und brachen Mischiefs Defense im letzten Punkt mit Overheads. Mit einem Anschlusspass auf Philipe Camiré in der Endzone beendete Odyssee das Spiel und holte sich mit einem 12:10-Sieg den Titel.

UltiPhotos: Sunday Highlights - 2013 USAU US Open &emdash; Mischief v. Odyssée -- Mixed Final -- US Open 2013

Odyssee gewinnt die Mixed-Division der US Open 2013. – Bild: Ultiphotos

Enplatzierungen US Open 2013 - Mixed-Division:
1. Odyssee (Kanada)
2. Mischief (San Francisco, USA)
3. Drag'n Thrust (Minneapolis, USA)
3. Polar Bears (San Francisco, USA)
5. Blackbird (San Francisco, USA)
6. Cahoots (Asheville, USA)
7. Ambiguous Gray (Washington DC, USA)
8. Team Columbia (World Games Team COL)

Alle Scores und Ergebnisse

Topscorer US Open 2013 - Mixed-Division:
G: James Hron, Drag'n Thrust (20)
A: Eli Janin, Blackbird (19)
D: Adam Brown, Mischief (10)

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